Bufo americanus (Amerikanische Erdkröte):
Ein Bericht von Leo Spinner <skinscales@yahoo.com>
Leo's Webseite: http://www.skinandscales.net

Übersetzung aus dem Englischen:



Bufo americanus
Foto: Joyce Gross <joyceg@cs.berkeley.edu>


Haltung:

Ich richte meine Kröten-Terrarien sehr schlicht ein, einfach den Boden aufgefüllt mit Rindenmulch und ohne Wasserschale. Stattdessen durchnässe ich den Rindenmulch und lasse ihn dann fast völlig austrocknen. Dann ist es wieder an der Zeit den Mulch anzufeuchten. Bei dieser Gelegenheit nehmen die Kröten ihr Wasser über die Kloake auf.



Bufo americanus
Foto: John White <reptiles@erols.com>


Nachzuchtbericht:

Um die Kröten zur Nachzucht zur bringen, sollte man sie vorher unbedingt kühl halten. Eine Winterruhe bei 8C ist ein guter Anfang. In der Natur überstehen diese Kröten auch monatelang Temperaturen unter 0C. (Vor der Überwinterung unbedingt sicherstellen, dass die Kröten gut genährt sind.)

Die Überwinterung sollte mindestens 60-90 Tage dauern, länger, wenn sie bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt gehalten werden. Etwa im März erhöht man dann wieder die Temperaturen und holt die Kröten aus ihrer Winterruhe.

Eine Möglichkeit ist es, die Kröten zu diesem Zeitpunkt ins Freie zu stellen, falls diese Jahreszeit den regnerischen Zeitraum des Jahres darstellt. Viele Zücher in Amerika tun dies und lassen Mutter Natur den Regen usw. besorgen.

Wenn es draußen noch zu kalt ist, hält man die Kröten bei warmen Temperaturen und und übersprüht die Behälter 2-3x pro Tag kräftig (bis das Substrat durchnäßt ist).

Am besten sprüht man die Behälter mindestens 1x nachdem das Licht ausgeschaltet ist, da dies die Zeit ist, in der die Kröten am aktivsten sind.

Futter sollte reichlich gegeben werden.

Nach der 3. oder 4. Woche sind die Kröten zur Fortpflanzung bereit und man kann sie in einen Wasserbehälter umsetzen. Der Behälter sollte eine Fläche haben, die in etwa so groß ist wie die Terrariengröße (etwas kleiner geht auch).

Wasser mit Raumtemperatur ist gut geeignet, solange der Raum nicht zu kalt ist! Die Wassertiefe sollte etwa Schulterhöhe betragen, wenn die Kröten in sitzender Position sind.

Wenn das Wasser nicht tiefer ist, müssen die Kröten auch nicht schwimmen, und man muß keinen Landteil ins Becken stellen.

An diesem Punkt sollte man besonders die Wasserqualität im Auge behalten. Die Kröten urinieren regelmäßig. Wenn das Wasser verschmutzt, wechselt man es gegen kühles/lauwarmes Wasser und sprüht außerdem kräftig.

Mit etwas Glück, wird man dann bereits die Kröten rufen hören und sollte eines Morgens aufwachen und die Eischnüre entdecken.



Bufo americanus, Jungtier
Foto: Joyce Gross <joyceg@cs.berkeley.edu>


Wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, produziert das Weibchen Pheromone, die das Männchen auf ihre Fortpflanzungsbereitschaft hinweisen (Die Pheromone dienen auch dazu die Männchen davon abzuhalten, andere Männchen zu Klammern, da nur die Weibchen diese produzieren.).

Die Männchen beginnen eventuell schon zu rufen bevor dies geschieht. In beiden Fällen finden die Männchen die Weibchen (In einem Terrarium sind alle zusammen und es besteht kein großer Bedarf, nach den Weibchen zu rufen - obwohl die Männchen es trotzdem manchmal tun.)

Die Kröten müssen nicht erst im Wasser sein, damit es zum Amplexus kommt. Die Männchen klammern die Weibchen bis diese sie letztendlich zum Wasser tragen!

Wenn die Kröten erst im Wasser sind, dauert es bloß Stunden, bis zum Ablaichen. Dies geschieht häufig nach dem Dunkelwerden, aber wenn man Glück hat, kann man es auch während des Tages beobachten.

Es ist gar nicht so kompliziert!

Wenn die Kröten in Fortpflanzungsstimmung sind und kein Männchen da ist, halten die Weibchen die Eier manchmal bis zu einem Monat (vielleicht sogar länger) und wenn dann noch immer kein Männchen erscheint, werden die Eier wieder absorbiert ohne negativen Effekt für das Weibchen.


Anmerkung:
Bufo woodhousii fowleri ist hinsichtlich Haltung und Nachzucht mit Bufo americanus vergleichbar.